„Die Kriege in der Welt fordern uns als Christinnen und Christen zum Gebet und zum Engagement auf. Und der gesellschaftliche Frieden gehört unmittelbar dazu“, erklärt der Pfarrer und Theologische Direktor.
Die Stephanus-Stiftung hatte Renke Brahms vor einigen Wochen angefragt, einen Gottesdienst für die Anwohnerinnen und Besucher des Stiftungsgeländes in Berlin-Weißensee zu halten. Die Vorstandsvorsitzende, Dr. Ellen Ueberschär: „Frieden ist ein großes Thema und angesichts der multiplen Krisen aktueller denn je. Daher freue ich mich sehr darüber, dass Renke Brahms mit seinem reichen Wissen und seinem Predigtgespür unsere Stiftungsgemeinschaft und Nachbarschaft nun mit seinen Inhalten bereichert. Die Menschen brauchen Halt und Zuversicht.“ Ellen Ueberschär erinnert sich gern an die intensive Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche beim Kirchentag 2009 in der norddeutschen Stadt, der unter dem Motto stand: „Mensch, wo bist Du?“
„Als ehemaliger Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (2008 bis 2021) lässt mich das Friedensthema natürlich auch nicht los,“ so Renke Brahms. „Zunehmender Rechtsextremismus und Antisemitismus, das Erstarken der rechten Kräfte beunruhigen mich und machen mir und uns deutlich, dass wir für die Demokratie eintreten müssen. Und das fängt in unseren Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis an. Fremdenfeindliche, antisemitische und rechtsextreme Äußerungen müssen wir sofort offenlegen und dagegenhalten. Unsere Gesellschaft braucht den Geist der Nächstenliebe, der in Predigt und Gottesdienst zur Sprache kommt und gestärkt wird, um so auch im Alltag dafür eintreten zu können.“
1956 in Bremen geboren, arbeitete Renke Brahms nach seinem Theologiestudium in Münster von 1985 bis 2000 als Gemeindepastor in Bremen-Osterholz. In den nächsten sieben Jahren widmete er sich als Pastor der Religionspädagogik im Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder der Bremischen Evangelischen Kirche. Später stand Brahms von 2007 bis 2019 als leitender Geistlicher an der Spitze der Bremischen Evangelischen Kirche. Nach seiner Amtszeit in Bremen wechselte er als theologischer Direktor zur Evangelischen Wittenbergstiftung, die als Repräsentanz der EKD in Wittenberg fungiert. 2008 berief der Rat Brahms zum ersten Friedensbeauftragten der EKD.
„Am 14. Juli geht es im Gottesdienst um die schöne Erzählung vom murrenden Volk in der Wüste und vom Manna, das Tag für Tag die Menschen dort speist. Dem weit verbreiteten „Murren“ in unserer Gesellschaft können wir einen Geist der Dankbarkeit entgegensetzen und uns darüber freuen, wenn wir Tag für Tag unser Leben leben und andere Menschen für uns da sind,“ erklärt Brahms.
2019 zog er mit seiner Frau nach Berlin. Ab nächstem Jahr wohnt Renke Brahms in Berlin-Weißensee, quasi um die Ecke der Stephanus-Stiftung. Somit wird sein erster Gottesdienst in der Friedenskirche sicherlich nicht sein letzter sein.
Charlotte Biermann
Pressesprecherin
