20.11.2025 - Evangelische Stephanus-Kita Ahrensfelde

Digital entdecken, kreativ gestalten

Medienpädagogik in der Stephanus -Kita Ahrensfelde 

Ein kleines Mädchen und eine Frau schauen zusammen in ein Tablett.© Archiv Stephanus-Stiftung - Technik trifft Forschergeist

In der Ev. Stephanus-Kita Ahrensfelde wurde im Rahmen eines von der Aktion Mensch geförderten Projekts unter dem Titel "Von fleißigen Sammlern und digitalen Entdecker*innen" ein spannender Weg beschritten, um Medienbildung schon im frühkindlichen Bereich umzusetzen. Das Projekt stellt nicht die Geräte in den Mittelpunkt – sondern die Neugier, das Forschen, das gemeinsame Gestalten.

Warum Medienpädagogik? 

Kinder wachsen heute in einer stark digital geprägten Welt auf. Digitale Medien sind Teil ihrer Lebenswelt – nicht nur als Unterhaltungsmedium, sondern als Werkzeug zum Entdecken, Lernen und Gestalten. Medienpädagogik im frühkindlichen Bereich trägt dazu bei, genau diese Lebenswirklichkeit aufzugreifen, und den Kindern Medienkompetenz – also das bewusste, kreative und verantwortliche Handeln mit und durch Medien – zu vermitteln. 
In der Kita heißt das: Digitale Geräte und Anwendungen werden nicht einfach "genutzt", sondern pädagogisch sinnvoll eingesetzt und altersgerecht begleitet. So wird nicht nur Technik verwendet – sondern Bildung ermöglicht.

Digitale Abenteuer im Kita-Alltag – Forschen mit Herz und Technik 

Dank der Förderung durch Aktion Mensch kann das Team der Kita gemeinsam mit einer externen Medienpädagogin vielfältige medienpädagogische Angebote entwickeln und umsetzen. Die Kinder werden unter anderem an die Nutzung von iPads herangeführt: Sie fotografieren, drehen kleine Filme und nehmen ihre eigene Stimme auf. An sogenannten Forscher- und Entdeckertagen erkunden sie mit iPads und digitalen Lupen die Natur im Garten, halten kleine Phänomene fest und dokumentieren ihre Beobachtungen. Auch im Krippenbereich werden altersgerechte Angebote gestaltet, etwa Spurensuchen nach Medienheld*innen, gemeinsames Fotografieren oder das Kamishibai-Erzähltheater, bei dem Bilder, Sprache und Bewegung kombiniert werden. Darüber hinaus kommen weitere digitale Werkzeuge zum Einsatz: Bee-Bots (kleine Programmierbienen), Storyboard-Apps für Bildergeschichten, ein digitaler Nistkasten zur Beobachtung tierischer Besucher, das Spiel „YOLO“ mit Reim- und Sprachspielen sowie digitale Mikroskope, Lupen und Forscherkarten.

Ein typischer Projekttag beginnt mit dem Besuch der Medienpädagogin, die sich zunächst Zeit nimmt, die Kinder in ihrem Spiel und Verhalten zu beobachten. Auf dieser Basis wird gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften und unter aktiver Einbeziehung der Kinder entschieden, welches Angebot an diesem Tag am besten passt. Besonders bei gutem Wetter wird das Projekt nach draußen verlegt – dann wird die digitale Technik zum Werkzeug für forschendes Lernen im Freien.

Die Kinder gestalten das Projekt von Anfang an aktiv mit. Sie sind nicht nur Teilnehmende, sondern echte Ideengeber*innen: Sie bestimmen, was sie fotografieren oder filmen wollen, welche Motive sie spannend finden und welche Themen sie erforschen möchten. Diese kindliche Perspektive prägt die Inhalte maßgeblich. Ebenso wichtig ist die Einbindung der Eltern. Beim Medienelternabend konnten sie selbst digitale Materialien ausprobieren, Fragen stellen und möglicherweise vorhandene Unsicherheiten und Bedenken abbauen. Für zusätzliche Transparenz sorgt ein Projekt-Bilderrahmen im Eingangsbereich der Kita – hier entdecken Eltern und Kinder gemeinsam Fotos aus dem Projektalltag und kommen miteinander ins Gespräch über das, was die Kinder begeistert und bewegt.

Auch über das Projekt hinaus spielt Digitalisierung im Alltag der Stephanus-Kita Ahrensfelde eine zunehmend wichtige Rolle. So unterstützt die Care Kita App seit einiger Zeit die Kommunikation zwischen Eltern und Kita-Team. Eltern schätzen besonders, dass sie unkompliziert über den Kita-Alltag ihrer Kinder informiert werden, Fotos und Termine einfach abrufen können und Krankmeldungen digital übermittelt werden. Für das Team bedeutet die App eine spürbare Entlastung im Alltag: Sie ermöglicht eine schnelle, datenschutzkonforme Dokumentation, vereinfacht die Erstellung von Portfolioseiten und ergänzt die persönlichen Gespräche mit den Familien sinnvoll. Die App ersetzt keine Gespräche – aber sie schafft wertvolle Freiräume, reduziert Stress und stärkt die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kita.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die enge Zusammenarbeit mit der Medienpädagogin Jenny Schneider. Sie bringt neue Impulse ins Team, beobachtet die Kinder genau und entwickelt Angebote, die passgenau zur Kita und den individuellen Interessen der Kinder gestaltet sind. Dabei werden digitale Medien nicht als bloßes Extra eingesetzt, sondern als Werkzeuge zum Entdecken, Lernen und Gestalten: Die Kinder programmieren kleine Roboter-Bienen, nutzen digitale Mikroskope und Lupen und beobachten mit Hilfe eines digitalen Nistkastens kleine Tiere in ihrer Umgebung. So erwerben sie Kompetenzen wie Beobachtungsgabe, Sprache und Ausdruck, Teamarbeit, technisches Grundverständnis und ein Bewusstsein für Medien als Gestaltungsmittel.


„Die Kinder sind neugieriger, aufmerksamer und konzentrierter bei Entdecker-Aufgaben. Sie stellen gezieltere Fragen und möchten ihre Beobachtungen festhalten. In unserem Team ist die Offenheit gegenüber digitalen Medien gewachsen, und auch Eltern haben mit dem offenen Austausch neue Perspektiven gewonnen“, resümiert die Kita-Leiterin Kathleen Scholz.  

Ein weiterer besonderer Aspekt des Projekts ist die Unterstützung durch zwei ehrenamtlich Engagierte im Ruhestand: Carola Rückriem und Marianne Pippel. Ihr regelmäßiger Einsatz ermöglicht es, dass die medienpädagogischen Angebote auch bei personellen Engpässen zuverlässig stattfinden können. Dabei setzen sie ein wichtiges Zeichen – denn für die Kinder wird dadurch sichtbar: Digitale Medien sind für alle da, und Lernen hört nie auf – egal ob jung oder alt. Für dieses Engagement ist das Team der Kita den beiden Unterstützerinnen sehr dankbar.


Das Förderprojekt endet im Juli 2026, doch die Idee bleibt lebendig: Die Kita möchte bestimmte Aspekte dauerhaft weiterführen – zum Beispiel die regelmäßige Zusammenarbeit mit der Medienpädagogin und den Einsatz digitaler Werkzeuge im Alltag. Das Team wünscht sich, dass pädagogische Fachkräfte künftig die Möglichkeit erhalten, sich gezielt zu Medienpädagog*innen weiterzubilden – um das Angebot dauerhaft im Kita-Alltag zu verankern und weiterzuentwickeln.

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