Wer heute das Dorotheahaus besucht, betritt nicht nur ein Seniorenzentrum, sondern einen Ort mit bewegter Geschichte. Und diese Geschichte beginnt eigentlich schon vor 300 Jahren.
Im 17. Jahrhundert fanden tausende französische Glaubensflüchtlinge, die Hugenotten, in Berlin und Brandenburg Zuflucht. Kurfürstin Dorothea stellte ihnen ein Grundstück an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte zur Verfügung, auf dem das erste Hospital der französisch-reformierten Gemeinde entstand – eine Pflegestätte für verarmte, kranke und hilfsbedürftige Gemeindemitglieder.
Als dieses Haus nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflation wirtschaftlich nicht mehr zu halten war, suchte die französische Gemeinde nach einem neuen Standort. Fündig wurde sie in Berlin-Niederschönhausen. Dort entstand 1925-26 ein neues Altersheim für 80 Bewohner*innen: das Dorotheahaus, benannt nach der ursprünglichen Förderin Kurfürstin Dorothea.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus beschädigt, die Menschen mussten evakuiert werden. Nach Kriegsende kehrte neues Leben zurück, unter anderem durch Diakonissen, die die Betreuung übernahmen.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Dorotheahaus stetig weiter. Die Verantwortung für die Einrichtung ging Ende der 1970er Jahre auf die St. Elisabeth-Stiftung über. Gleichzeitig entstanden Pläne für einen modernen Neubau neben dem Dorotheahaus, das Haus Immanuel. Als der Neubau 1991 eröffnet wurde, zogen die Bewohner*innen aus dem Dorotheahaus hier ein.
Das Dorotheahaus wurde zunächst als Wohnheim für Spätaussiedlerinnen, Spätaussiedler und Kriegsflüchtlinge genutzt. 2002 zog – nach einer umfassenden Sanierung – neues Leben ein: Das modernisierte Haus bot 34 Seniorinnen und Senioren ein Zuhause. Gleichzeitig entstand mit der „Arche“ ein besonders geschützter Bereich für Menschen mit Demenz.
Im Mai 2026 hat das Elisabeth Diakoniewerk mit einer großen Feier den 100. Geburtstag des Dorotheahauses begangen. Das Gebäude hat viel mitgemacht: einen Weltkrieg, die DDR-Zeit, Umbauten, Nutzungsänderungen, Trägerwechsel. Heute gehört es – als Teil des Elisabeth Diakoniewerks – zur Stephanus-Stiftung und verbindet Tradition und Zukunft.
06.08.2026 - Seniorenzentrum Elisabeth Diakoniewerk
Ein Haus erzählt Geschichte: 100 Jahre Dorotheahaus
Das Dorotheahaus ist eines der beiden Gebäude des Elisabeth Diakoniewerks in Niederschönhausen. In diesem Jahr ist das Haus 100 Jahre alt geworden.
