Wie steht es um die Inklusion von Menschen mit Behinderung heute? Darüber spricht aus Anlass von 35 Jahre Mauerfall Harald Asel mit den Gästen am 1. November 2024 um 18 Uhr in der Stephanus Stiftung in Berlin.
Selten wird darüber gesprochen, wie Menschen mit Beeinträchtigung unter den Bedingungen der kommunistischen Diktatur gelebt haben. Welches Menschenbild und welche Realität standen hinter der staatlichen Propaganda der DDR? Ihre Gesundheitspolitik setzte weniger auf Integration, denn auf Segregation und überließ die Pflege und Förderung oft diakonischen Einrichtungen.
Seit dem Fall der Mauer hat die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen einen großen Sprung nach vorn gemacht. Werkstätten für Menschen mit Behinderung wurden aufgebaut, angemessene Wohnformen nach modernen Standards errichtet, heilpädagogische Konzepte umgesetzt.
Das Bundesteilhabegesetz, seit 2016 in Stufen eingeführt, sieht vor, die Wunsch- und Wahlfreiheit aller Menschen zu stärken und die Personenzentrierung zu fördern. Trotz des großen Meilensteines, den das Teilhabegesetz markiert, ist vieles noch nicht umgesetzt, bleiben Potenziale ungenutzt. Darüber hinaus melden sich Wortführer der Ablehnung von Teilhabe und Inklusion mit menschenfeindlichen Parolen unverschämt offen zu Wort.
In der Podiumsdiskussion um 18 Uhr werden zu diesem Thema mitdiskutieren: Dr. Ilko Sascha Kowalczuk (Historiker), Linda Teuteberg (MdB), Janny Armbruster (Beauftragte der Landesregierung Brandenburg für die Belange der Menschen mit Behinderungen), Dr. Ellen Ueberschär (Vorstandsvorsitzende der Stephanus-Stiftung) und Martin-Michael Passauer (Generalsuperintendent a.D.).
Im Vorfeld, um 15.30 Uhr, eröffnet die Stephanaus-Stiftung eine Wander-Ausstellung unter dem Titel: “Heute entscheide ich!” Es geht um das Leben vor und nach dem Mauerfall. Neben den eindringlichen Fotografien von Harald Hauswald aus den 1970er und 1980er Jahren kommen Menschen zu Wort, die Assistenzbedarf haben und die ihre Erlebnisse und Sichtweisen mit uns teilen.
Vorstandsvorsitzende der Stephanus-Stiftung Dr. Ellen Ueberschär: „Uns geht es bei der Veranstaltung um den Blick nach vorn. Wer möchte das, was in den letzten Jahren an Inklusion und selbstverständlicher Teilhabe erreicht wurde, aufgeben? Ein Blick in die DDR- Geschichte kann lehrreich sein – wenn sich das Menschenbild einer Gesellschaft mehr an „Nützlichkeit“ als an Menschenwürde und Nächstenliebe orientiert, dann ist das selbstbestimmte Leben vieler Menschen in Gefahr. Die Stephanus-Stiftung steht dafür, die Teilhabe jeden Tag ein Stück voranzubringen und den Kompass klar am christlichen Menschenbild auszurichten, damit jede und jeder sagen kann: „Heute entscheide ich!“.“
Die Teilnahme an der Veranstaltung/Ausstellung ist kostenfrei
Wo: Friedenskirche Weißensee, Albertinenstraße 20, 13086 Berlin
Wann: 01.11.2024
15:30 Uhr Ausstellungseröffnung mit Gesprächen und Erinnerungen bei Snacks & Getränken
18 Uhr Podiumsdiskussion mit anschließendem Empfang & Austausch
Bitte melden Sie sich per E-Mail an:
Presse: Charlotte.Biermann@stephanus.org
Besucher*innen: anmeldung@stephanus.org
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Stiftung Berliner Mauer und in Zusammenarbeit mit rbb24 Inforadio durchgeführt. Die Diskussion wird mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt in der rbb24-Reihe „Forum“, sonntags 11 Uhr (Wdhl. 21 Uhr) ausgestrahlt. Podiumsdiskussion und Ausstellung werden gefördert durch Aktion Mensch und das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO).
Über Stephanus:
Die Stephanus-Stiftung hat ihren Hauptsitz in Berlin und ist Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Mit ihren gemeinnützigen Tochtergesellschaften unterstützt sie 10.000 Menschen in besonderen Lebenslagen an 140 Standorten in Berlin und Brandenburg. 4.500 Mitarbeitende pflegen, begleiten, bilden, beraten Kinder, Jugendliche, Familien, Menschen im Alter, Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung sowie Geflüchtete. Zu den Angeboten von Stephanus zählen Wohnangebote und Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung, Wohn- und Pflegeangebote für Senior*innen, Schulen, Kitas, Beratungsstellen und Hospizdienste. 1878 gegründet, hat sich die Stiftung mit ihren Angeboten stets den aktuellen Bedarfen der Gesellschaft angepasst und handelt heute nach den drei Leitprinzipien Nachhaltigkeit, Inklusion und Fachlichkeit.
Weitere Informationen finden Sie unter www.stephanus.org
Kontakt zur Pressestelle: Charlotte Biermann
Mail: Charlotte.Biermann@stephanus.org
Mobil 0160 90 36 19 59
