LIEBESMUT
Gedanken zur Jahresbotschaft 2024 von Diakon Martin Jeutner
Vor 2.000 Jahren, als dieser Bibeltext entstand, wurde den frühen christlichen Gemeinden viel abverlangt. Sie mussten mit den schwierigen äußeren Einflüssen zurechtkommen und
gleichzeitig immer auch intern prüfen, was ist das Richtige.
Heute müssen wir ebenfalls mit einer Vielzahl sich ständig übertrumpfender Einflüsse klar kommen und schauen, wohin wir uns orientieren, wem wir glauben können.
Menschen neigen dazu, sich meist sehr schnell eine Meinung zu bilden und sie auch breitflächig zu kommunizieren. Oft genug werden dabei Grenzen in Wortwahl und Gestik überschritten.
Damals wie heute bedarf es aus meiner Sicht sehr viel Mut und Zeit, sich liebevoll mit anderen Menschen, Meinungen und Geschehnissen auseinanderzusetzen. Ich denke, das macht den Unterschied. Denn etwas in Liebe geschehen zu lassen meint aus meinem Verständnis u. a., Menschen in ihrer Würde zu respektieren und auch ihnen zu
vergeben, wenn sie uns verletzt haben.
Vielen Menschen fehlt einfach der Mut, sich der Übergriffigkeiten anderer zu erwehren. Hier sehe ich dann z. B. bei uns als christlicher Stiftung die Aufgabe, entmutigte Menschen zu bestärken, aufzurichten oder auch zu schützen.
Ich lese in früheren Texten aus der Geschichte der Stephanus-Stiftung, dass es immer auch der Mut von einzelnen, sich verantwortlich fühlenden Menschen war, der diese Stiftung hat wachsen lassen.
Ich denke, für die Herausforderungen in diesem Jahr benötigen wir ein sehr großes Maß an LIEBESMUT. Prozesse und Bilanzen sind dabei nur ein Teil unserer Stärke. Stark machen
uns insbesondere die Menschen, die als Mitarbeitende, Ehrenamltiche und Freiwillige in allen Bereichen der Stiftung hoch engagiert sind. Dank ihnen schenken uns viele Menschen
jeden Tag ihr Vertrauen.
Bei allem, was uns jeden Tag privat und beruflich beschäftigt, können wir uns darauf verlassen, geliebte Kinder Gottes zu sein. Lassen Sie uns aus dieser Gewissheit heraus die
Jahresbotschaft in diesem Jahr mit Zuversicht und ganz viel Liebesmut zur Entfaltung bringen.
Martin Jeutner
